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10 goldene Regeln der Höflichkeit in Frankreich: Der kleine Knigge

Höflichkeit ist in Frankreich tief verwurzelt, auch wenn wir manchmal den (unfairen) Ruf haben, etwas schroff zu sein. Tatsächlich wurden viele Regeln der Etikette am französischen Königshof entwickelt, bevor sie zum Standard wurden. Eines ist sicher: Höflichkeit öffnet Türen und macht das Leben für alle schöner. Hier sind die 10 wichtigsten Regeln, die Sie bei Ihrem nächsten Besuch beachten sollten.
Artikel aktualisiert am 11. Januar 2026

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1. "Du" oder "Sie"? Die Kunst des richtigen Dutzens

 

Wenn man jemanden nicht kennt, duzt man ihn nicht. Dann siezen Sie immer eine Person, die in der Hierarchie höher steht oder eine ältere Person. Natürlich kann die Person Ihnen sagen, dass Sie sie duzen sollen und Sie tun, was die Person verlangt. 

 

 

2. Das obligatorische "Bonjour": Die wichtigste Regel beim Grüßen

 

On dit toujours "bonjour" ou "bonjour messieurs dames" quand on entre dans un petit commerce. Photo choisie par monsieur de France: Ikonoklast via depositphotos

Wenn man ein kleines Geschäft betritt, sagt man immer "bonjour" oder "bonjour messieurs dames". Foto ausgewählt von Monsieur de France: Ikonoklast via depositphotos

 

In der Regel grüßt man, wenn man einen öffentlichen Ort betritt, an dem sich einige Menschen aufhalten: z. B. ein Geschäft. Man grüßt die Person, mit der man sprechen wird, bevor man ein Gespräch beginnt. Morgens sagt man "Bonjour" und abends "Bonsoir" (normalerweise ab 18 Uhr). Es ist immer von Vorteil, nach dem "Bonjour" ein "Madame" oder "Monsieur" hinzuzufügen. Das ist eleganter und respektvoller. Ebenso sagt man "au revoir" (oft en revoir ausgesprochen), wenn man einen Ort oder eine Person verlässt. Man kann auch "Bonne journée" vor dem Mittag oder "bonne soirée" nach 20 Uhr sagen  

 

 

3. Madame und Monsieur: Warum die förmliche Anrede entscheidend ist

 

Es ist nicht mehr üblich, "Mademoiselle" zu sagen, stattdessen kann man "Madame" oder "Monsieur" sagen. Es ist immer von Vorteil, sich vor einer älteren Person oder einer Person, die in der Hierarchie höher steht, zu entblößen, z. B. wenn man eine Mütze trägt.

 

 

4. Bitte und Danke: Kleine Wörter mit großer Wirkung

 

Selbstverständlich sind "S'il vous plait" und "merci" unverzichtbare und großzügig verteilte Wörter. Man fügt "s'il vous plaît" einer Bitte hinzu, z. B. in einem Geschäft: "un baguette s'il vous plaît". Man verliert nie Zeit damit, "Madame" oder "Monsieur" oder den Vor- oder Nachnamen der Person hinzuzufügen, wenn man sie kennt. Dasselbe gilt für das "Merci", das man nicht zögert zu sagen, wenn man Ihnen eine Freude gemacht hat, wenn man getan hat, worum Sie gebeten haben, und auch wenn Sie nicht darum gebeten haben, z. B. indem man Sie vorbeiwinkt, obwohl es nicht erforderlich war.  Wenn Sie selbst eine Freude gemacht haben und man Ihnen dankt, sollte man "Je vous en prie" antworten. .

 

 

5. Händeschütteln oder "La Bise"? So begrüßen Sie sich richtig

 

Die Regel ist, dass man die Hand schüttelt. Das Küsschen ist, wenn man sich kenntt. Foto ausgewählt von monsieurdefrance.com: opolja via depositphotos

Die Regel ist, dass man die Hand schüttelt. Das Küsschen ist, wenn man sich kenntt. Foto ausgewählt von monsieurdefrance.com: opolja via depositphotos

 

Wenn man jemanden nicht kennt, schüttelt man die Hand. In diesem Fall die rechte Hand. Wenn man jemanden kennt, kann man den Kuss geben. Beachten Sie, dass die Anzahl der Küsse je nach Region unterschiedlich ist. In der Normandie z. B. werden oft vier Küsschen gemacht. Wenn man Menschen einander vorstellt, stellt man immer einen Mann einer Frau vor. 

 

 

6. Französische Galanterie: Eine Eleganz, die bis heute fortlebt

 

Die Galanterie wird in Frankreich nach wie vor geschätzt. Galanterie ist ein Brauch, um Frauen noch etwas mehr Respekt zu zeigen. Zum Beispiel, indem man sich nach ihnen hinsetzt oder ihnen die Tür aufhält. Wenn man einen öffentlichen Ort betritt, ist es umgekehrt: Der Mann geht an der Frau vorbei, um die Tür zu öffnen, weil man früher davon ausging, dass er die Blicke abwendet, die die Frau, die ihn begleitet, anstarren könnten. Auch auf der Treppe geht der Mann zuerst (um offensichtlich unartige Blicke zu vermeiden). Einige setzen den Brauch fort, dass bei einem Date der Herr die Dame einlädt;

 

Die Galanterie wird in Frankreich immer noch als ein schöner Wert angesehen. Achtung der Respekt vor Frauen ist die ganze Zeit! Nicht nur im Restaurant... Foto ausgewählt von monsieurdedefrance. ArturVerkhovetskiy via dépositphotos.

Die Galanterie wird in Frankreich immer noch als ein schöner Wert angesehen. Achtung der Respekt vor Frauen ist die ganze Zeit! Nicht nur im Restaurant... Foto ausgewählt von monsieurdedefrance. ArturVerkhovetskiy via dépositphotos.

 

Generell gilt jedenfalls, dass man, wenn man jemanden einlädt, dies diskret in dem Moment tut, in dem der Kellner mit der Rechnung kommt, und sagt, dass man vor dem Kellner einlädt. Normalerweise sollte er Ihnen die Rechnung geben und den Preis nicht ansagen, aber das wird eher selten beachtet (und man muss dem Gast immer einen Preis ansagen, bevor man ihn zur Kasse bittet, also ist es auch in diesem Fall nicht leicht, das nicht zu tun). Wenn Sie jemanden zum Abendessen oder Mittagessen einladen, auch aus beruflichen Gründen, können Sie in einigen Restaurants nach einer stummen Karte fragen. Auf dieser stehen keine Preise und die Person fühlt sich nicht gezwungen, das billigste Angebot zu nehmen. 

 

 

7. Pünktlichkeit in Frankreich: Business-Etikette vs. "Quart d'heure"

 

Es ist normal und sogar wichtig, pünktlich zu einem Geschäftstermin zu erscheinen. Zu einem privaten Termin kann man etwas zu spät kommen, aber nie mehr als eine Viertelstunde. 

 

 

8. Zu Gast bei Franzosen: So sind Sie der perfekte Gast

 

Es ist üblich, pünktlich oder nicht mehr als 15 Minuten nach der vereinbarten Zeit zu einem Essen zu erscheinen. Es ist üblich, dass man etwas mitbringt. Das können Blumen sein (aber wenn das alle tun, muss man viele Vasen für die Gastgeberin oder den Gastgeber finden), Wein (mit dem Hinweis, dass er auf Ihre Gesundheit trinken wird) oder Schokolade. In alten Familien lässt man sich am Tag nach dem Essen Blumen mit einer Dankeskarte liefern. Man muss gehen, bevor Ihr Gastgeber es Ihnen sagt, also liegt es an Ihnen zu beurteilen, wann es Zeit ist, sich zu verabschieden. 

 

Am Tisch setzt man sich dorthin, wo man es Ihnen sagt. Foto ausgewählt von monsieurdefrance.com: Priscilla duprez unsplasch.

Am Tisch setzt man sich dorthin, wo man es Ihnen sagt. Foto ausgewählt von monsieurdefrance.com: Priscilla duprez unsplasch.

 

 

9. Tischsitten in Frankreich: Der kleine Knigge beim Essen

 

Sie setzen sich erst, wenn Sie darauf hingewiesen werden oder jedenfalls nie vor der Person, die Sie empfängt. Sie setzen sich an den Ort, den die Person, die Sie empfängt, angibt (es sei denn, sie sagt Ihnen, dass jeder macht, was er will). Man darf sich nur etwas nehmen, wenn es einem angeboten wird. Ah! Man spricht nicht mit vollem Mund, wedelt nicht mit dem Besteck, während man spricht, und man spricht nicht zu laut. Ihr Gastgeber hingegen sollte darauf achten, dass sich alle wohlfühlen, die Zurückhaltenden zum Reden bringen und das Gespräch beruhigen, wenn es etwas lebhaft wird. 

 

 

 

 

10. Die Kunst der Konversation: Welche Themen Sie meiden sollten

 

Converser ist ein wahres Vergnügen der Franzosen. Man kann über alles reden, aber ohne den Ton zu heben und die Person, die gerade spricht, nicht zu unterbrechen. Wenn man nicht intim ist, sollte man besser nicht über Politik sprechen. Das Gleiche gilt für die Kindererziehung. Über Geld wird nie gesprochen. 

 

 

💡 Das 11. Gebot: Bitte hinten anstellen!

Nichts ärgert Franzosen mehr als Menschen, die sich vordrängeln. Ob beim Bäcker oder am Museumseingang: Wer sich nicht in die Warteschlange einreiht, riskiert eine schroffe Zurechtweisung (une volée de bois vert).

 

Entgegen dem Anschein wird es geschätzt, dass man sich anstellt und wartet, bis man an der Reihe ist / Foto ausgewählt von monsieurdedefrance.com: ArturVerkhovetskiy via depositphotos.

Entgegen dem Anschein wird es geschätzt, dass man sich anstellt und wartet, bis man an der Reihe ist / Foto ausgewählt von monsieurdedefrance.com: ArturVerkhovetskiy via depositphotos.

 

 

Die Höflichkeit der Franzosen ist eine alte Geschichte: 

 

Am französischen Hof wurde damit begonnen, Regeln für ein besseres Leben einzuführen, die eigentlich Höflichkeitsregeln sind. Im Mittelalter begann man damit, das Zähneputzen mit dem Messer am Tisch zu verbieten. In der Renaissance führt der Hof der Valois strenge Regeln für die Anwesenheit des Königs ein. Das 18. Jahrhundert ist wirklich das Jahrhundert der Höflichkeit. Man wischt sich nicht mehr an der Tischdecke ab. Man röstet nicht am Tisch. Das 19. Jahrhundert fügt danach einige Codes hinzu. 

 

 

❓ FAQ: Häufige Fragen zur Höflichkeit in Frankreich

 

Warum grüßen Franzosen beim Betreten eines Ladens immer so förmlich?

Das "Bonjour" ist in Frankreich eine Anerkennung des Gegenübers als Mensch. Wer direkt mit seinem Anliegen beginnt, ohne zu grüßen, wirkt herablassend und respektlos.

 

Wie reagiert man, wenn man jemanden versehentlich geduzt hat?

Keine Panik! Entschuldigen Sie sich kurz mit einem "Pardon, je vous demande pardon" und wechseln Sie sofort wieder zum "Sie". Die meisten Franzosen verzeihen Touristen solche Fehler gerne, wenn der Rest der Etikette stimmt.

 

Darf man das Handy am Tisch benutzen?

Eigentlich nicht. Ein Handy auf dem Tisch (auch mit dem Display nach unten) signalisiert, dass das Gespräch nicht Ihre volle Aufmerksamkeit hat. Lassen Sie es in der Tasche, um wahre Gastfreundschaft zu genießen.


Jérôme Prod'homme Spezialist für französisches Erbe, Gastronomie und Tourismus. Entdecken Sie alle meine Entdeckungen auf monsieur-de-france.com.

Jérôme Prod'homme

Jérôme Prod'homme

 Jérôme Prod'homme ist Monsieur de France.
Er ist ein französischer Kulturkenner und unabhängiger Historiker mit ausgewiesener Erfahrung in den Bereichen französisches Kulturerbe, Geschichte, regionale Traditionen und Gastronomie. Seit vielen Jahren schreibt er für französische Medien, Kulturmagazine und Rundfunk über Themen wie historische Stätten, französische Monarchie, regionale Identität und die Kultur der französischen Küche

Auf Monsieur de France präsentiert Jérôme authentische Reiseempfehlungen auf Basis eigener Erfahrung. Er bereist Frankreich intensiv, besucht Städte und Dörfer, historische Schauplätze, Märkte und traditionelle Restaurants. So kann er zuverlässige Empfehlungen geben — von bekannten Kulturerbestätten bis hin zu wenig bekannten Orten, die man ohne Insiderwissen kaum findet. 

Seine Texte verbinden historische Erzählung mit praktischem Reise- und Kulinarik-Wissen und bieten Einblicke in das wahre Frankreich: seine Geschichte, seine regionale Vielfalt, seine Lebensart und seine kulinarischen Traditionen, die Frankreich weltweit einzigartig machen. 

Jérôme Prod'homme

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 Jérôme Prod'homme ist Monsieur de France.
Er ist ein französischer Kulturkenner und unabhängiger Historiker mit ausgewiesener Erfahrung in den Bereichen französisches Kulturerbe, Geschichte, regionale Traditionen und Gastronomie. Seit vielen Jahren schreibt er für französische Medien, Kulturmagazine und Rundfunk über Themen wie historische Stätten, französische Monarchie, regionale Identität und die Kultur der französischen Küche

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