Französische Kultur Paris and Ile de France

Die Pariser Metro: Ein Überlebensguide und die ungeschriebenen Regeln für Fahrten wie ein echter Pariser

Die Pariser U-Bahn ist viel mehr als nur ein Verkehrsnetz: Sie ist eine Stadt unter der Stadt, mit ihrer eigenen Geschichte, ihren Legenden und ihren gnadenlosen sozialen Codes. Seit ihrer Einweihung im Jahr 1900 ist sie das Herzstück der Hauptstadt geblieben. Hier trifft man sowohl Pariserinnen und Pariser als auch Touristen. Für Besucher kann es einschüchternd sein, in ihre Tiefen hinabzusteigen. Zwischen den Gängen von Châtelet-Les Halles und dem Andrang auf der Linie 1 kann man schnell verunsichert sein. Hier sind meine Expertentipps, um sich in der Pariser Metro wie ein Einheimischer zurechtzufinden.

Teilen:

Lieben Sie Frankreich?

Melden Sie sich an, und ich schicke Ihnen regelmäßig kostenlos eine kleine „Frankreich-Blase".

Abonnieren

Die 6 Gebote für Nutzer der Pariser Metro 

 

1. Die heilige Regel der Rolltreppe: Rechts!

 

Das ist die goldene Regel. Die Rolltreppe ist streng in zwei Teile geteilt. Bleiben Sie rechts stehen, wenn Sie stillstehen. Der linke Teil ist eine „Überholspur” für diejenigen, die gehen. Den Durchgang auf der linken Seite mit einem Koffer zu blockieren, ist ein fataler Fehler. Bleiben Sie in Gruppen in einer Reihe auf der rechten Seite stehen. Wer diese Regel nicht beachtet, muss mit sofortigen Bemerkungen rechnen.

 

 

2. Klappstühle: Bedingter Komfort

 

Die Klappsitze (Sklappsitze) in der Nähe der Türen unterliegen einer Regel des guten Benehmens: Man steht auf, sobald sich der Wagen füllt. Wenn Sie sitzen bleiben, während sich Passagiere vor Ihnen drängen, behindern Sie physisch den Personenfluss. Sobald viele Menschen hereinkommen, klappen Sie Ihren Sitz mit einer schnellen Bewegung hoch, um Platz zu schaffen.

 

 

Depuis les wagons en bois fonctionnant au charbon en 1900, le métro parisien a profondément évolué et est devenu entièrement électrique, illustrant plus d’un siècle de progrès techniques et d’adaptation aux besoins de la capitale, photo choisie par monsieurdefrance.com.

Seit den Holz- und Kohlewaggons von 1900 hat sich die U-Bahn stark verändert. Sie ist nun elektrisch. Bild ausgewählt von monsieurdefrance.com: Loyloy Thal von Pixabay

 

 

3. Der Rucksack: Von der Schulter bis zu den Füßen

 

In einem überfüllten Waggon wird Ihr Rucksack zu einer unbeabsichtigten Waffe. Der Reflex eines echten Parisers? Man nimmt seine Tasche beim Einsteigen ab und stellt sie zwischen die Beine oder hält sie in der Hand. Das ist auch die beste Abwehr gegen Taschendiebe, denn so haben Sie Ihre Reißverschlüsse im Blick.

 

 

4. Die soziale Blase: Schweigen ist Gold

 

Die Metro ist ein Ort der Diskretion. Vermeiden Sie es, laut zu telefonieren oder sich mit Ihren Freunden zu unterhalten. Die Pariser nutzen diese Zeit oft zum Lesen oder um sich mental zurückzuziehen. Wenn Sie nach dem Weg fragen müssen, ist ein höfliches „Pardon” oder „Excusez-moi” das einzige akzeptierte Mittel, um das Eis zu brechen.

 

 

5. Die Kunst des Ausstiegs: Die vorweggenommene Bewegung

 

Die Haltestellen sind kurz. Warten Sie nicht, bis der Bus vollständig angehalten hat, um sich der Tür zu nähern. Wenn Ihnen andere Fahrgäste den Weg versperren, fragen Sie einfach: „Steigen Sie an der nächsten Haltestelle aus?“. Sie werden sofort zur Seite gehen, um Sie vorbeizulassen. Das ist das universelle Signal, dass man den Weg freimachen muss.

 

 

 

 

6. Sicherheit und Wachsamkeit: Schützen Sie Ihre Wertsachen

 

Seien Sie auf den Touristenlinien (1, 4 und RER A) wachsam. Stecken Sie Ihr Handy niemals in die Gesäßtasche. Seien Sie vorsichtig, wenn sich die Türen schließen, denn dies ist der klassische Moment für Taschendiebstähle, kurz bevor sich die Türen schließen. Vergessen Sie also nicht, Ihr Handy in diesem Moment in der Hand zu halten, wenn Sie sich in der Nähe einer Tür befinden und Ihre Tasche festhalten. Achten Sie auch auf auffälligen Schmuck. Lassen Sie Ihr Gepäck niemals unbeaufsichtigt: Das Verfahren bei „verdächtigen Gepäckstücken” legt innerhalb weniger Minuten eine ganze Linie lahm.

 

 

7. Tarif-Warnung: Die Falle der RER (Zonen 1 bis 5)

 

  • Die Metro (1 bis 14): Ein T+-Ticket reicht für das gesamte Netz, auch außerhalb von Paris.

  • Die RER (A bis E): Das T+-Ticket ist nur in Paris (Zone 1) gültig. Um nach Versailles, Disneyland oder Roissy zu fahren, kaufen Sie ein Ticket „Origine-Destination”. Der Preis beträgt maximal etwa 5,00 € (außer Flughäfen). Wenn Sie für diese Fahrten ein T+-Ticket verwenden, müssen Sie mit einer sofortigen Geldstrafe von 35 € bis 50 € rechnen.

 

par Privet France de Pixabay

Die Metro ist auch eine Atmosphäre / Foto von Monsieur de France von Privet France von Pixabay

 

 

8. Technologie: Die unverzichtbaren Anwendungen im Jahr 2026

 

Um wie ein Einheimischer zu reisen, vergessen Sie Papierpläne.

 

  • Hallo RATP / IDFM: Die App. Ehrlich gesagt ist sie superpraktisch. Sie müssen nur Ihr Smartphone (offen, wenn es kein iPhone ist) vor das Lesegerät halten, um durchzugehen, und können dann nach und nach Guthaben aufladen. Unverzichtbar, um Ihre Navigo-Karte aufzuladen, ohne an den Automaten anzustehen. Die App nutzt die NFC-Antenne Ihres Smartphones, um die Karte zu beschreiben.

  • Citymapper: Viel genauer als Google Maps. Die App zeigt Ihnen, in welchen Wagen Sie einsteigen müssen (vorne, Mitte, hinten), um direkt gegenüber Ihrem Umsteigepunkt oder Ausgang zu stehen. Eine enorme Zeitersparnis in labyrinthartigen Bahnhöfen.

 

 

9. Die Metro ist ein Museum: Die schönsten Stationen

 

  • Arts et Métiers (Linie 11): Mit Kupfer vernietete Einrichtung im Stil von Jules Verne. Ein Muss.

  • Concorde (Linie 12): Die Wände geben die Erklärung der Menschenrechte Buchstabe für Buchstabe wieder.

  • Linie 6: Zwischen den Stationen Passy und Bir-Hakeim bietet sie den spektakulärsten Blick auf den Eiffelturm. Halten Sie Ihre Kameras bereit!

 

Le passage du métro parisien est souvent très artistique en plein air / Photo choisie par Monsieur de France  par Jean-Philippe Fourier de Pixabay

Die Pariser Metro ist oft sehr künstlerisch gestaltet und liegt teilweise unter freiem Himmel / Foto ausgewählt von Monsieur de France  von Jean-Philippe Fourier von Pixabay

 

 

10. Was ist bei einer Kontrolle zu tun?

 

Die RATP-Mitarbeiter sind allgegenwärtig. Entwerten Sie Ihr Ticket immer, auch wenn das Drehkreuz offen ist. Bewahren Sie Ihr Ticket oder Ihr aufgeladenes Smartphone bis zum endgültigen Verlassen der Station auf. Wenn Sie einen Verstoß begangen haben, zahlen Sie die Strafe sofort mit Kreditkarte, um zusätzliche Bearbeitungsgebühren zu vermeiden.

 

 

11. Ausgänge (Exits): Verlieren Sie sich nicht mehr

 

In großen Bahnhöfen gibt es manchmal bis zu 20 Ausgänge. Bevor Sie die Drehkreuze passieren, achten Sie auf die blauen Schilder mit der Aufschrift „Sortie” (Ausgang). Darauf sind die Straßen und Sehenswürdigkeiten aufgelistet. Wenn Sie der falschen Nummer folgen, können Sie sich am Ende zehn Minuten Fußweg von Ihrem Ziel entfernt wiederfinden.

 

 

12. Die historische Metro: Das Erbe von Guimard

 

 

Une entrée Guimard typique, comme celle de la station Abbesses, incarne le style Art nouveau du métro parisien avec ses lignes organiques et ses motifs végétaux, devenue un véritable symbole du patrimoine urbain de la capitale, photo choisie par monsieurdefrance.com.

Ein typischer Guimard-Eingang: die Station Abbesses. Foto ausgewählt von monsieurdefrance.com: Miff32 via depositphotos.

 

Achten Sie beim Verlassen der Station auf die U-Bahn-Schächte. Die grünen schmiedeeisernen Schächte mit pflanzlichen Motiven stammen von Hector Guimard. Sie sind das Symbol des Pariser Jugendstils. Einige stehen unter Denkmalschutz, wie beispielsweise die Schächte der Stationen Abbesses oder Porte Dauphine.

 

Die schönsten U-Bahn-Stationen in Paris 

 

  • Arts et Métiers (L11) – kupferfarbene „Nautilus“-Atmosphäre, einzigartig in Paris.

  • Concorde (L12) – mit Buchstaben bedecktes Gewölbe, sehr grafisch.

  • Louvre–Rivoli (L1) – Station mit „Mini-Museum“ mit Vitrinen und Bezügen zum Louvre.

  • Palais-Royal–Musée du Louvre (L1/L7) – eine der fotogensten Haltestellen im Stadtzentrum.

  • Cité (L4) – Straßenlaternen und die Atmosphäre des alten Paris unter der Seine.

  • Abbesses (L12) – große Wendeltreppe im Stil von Montmartre.

  • Cluny–La Sorbonne (L10) – Mosaike und Dekorationen mit Bezug zum Quartier Latin.

  • Bir-Hakeim (L6) – Luftstation, schöne Aussicht bei Ankunft/Abflug.

  • Bastille (L1) – historische Fresken im Zusammenhang mit der Revolution.

  • Gare de Lyon (L14) – modernes Design und zeitgenössische Inszenierung.

 

 

Fototour „Die schönsten Orte“ (1 halber Tag)

 

Realistische Dauer: 3,5 bis 4,5 Stunden (Fotos + Fahrten + Umstiege).

 

Beste Zeitfenster : Samstag oder Sonntag vormittags 9:30–11:30 Uhr (moins de monde) ou wochentags 10–12 Uhr.

 

Empfohlene Reihenfolge (logisch, effizient, sehr fotogen)

  1. Bir-Hakeim (L6) – beginnt hier für die Außenansichten (Luftstation).
  2. Concorde (L12) – 1 Haltestelle von der Assemblée Nationale (oder mit Umsteigen).
  3. Palais-Royal–Musée du Louvre (L1/L7) – Zentrum, sehr „Paris wie auf einer Postkarte”.
  4. Louvre–Rivoli (L1) – 1 Haltestelle, ideal für „Museumsfotos”.
  5. Cité (L4) – Atmosphäre des alten Paris (Île de la Cité).
  6. Cluny–La Sorbonne (L10) – Quartier Latin, Mosaike.
  7. Kunst und Handwerk (L11) – der Spot Nr. 1 im Innenbereich (Kupfer, Perspektive).
  8. Bastille (L1) – Fresken, große Station (einfacher zu fotografieren).
  9. Gare de Lyon (L14) – Ende „modernes Design”.
  10. Abbesses (L12) – letzte Option, wenn du Montmartre + Treppe möchtest (verlängert die Fahrt).

 

➡️ Kurzversion (ohne Abbesses): 7 bis 9 Stationen in 3,5 Stunden.

➡️ Mit Abbesses: eher 4:30–5:00 Uhr (und viele Treppen).

 

 noskaphoto

In der U-Bahn / Foto  noskaphoto via depositphotos

 

Tag/Nacht: die besten

 

Top „Tag“ (natürliches Licht / Außenbereich)

  • Bir-Hakeim (L6): beste Wiedergabe bei Tageslicht (Metallstruktur, Himmel).
  • Abbesses (L12): Zugang + Umgebung, gut am späten Vormittag.

 

Top „Nacht“ (Atmosphäre, Reflexionen, weniger Menschenmassen)

  • Kunsthandwerk (L11): Kupfer kommt abends sehr gut zur Geltung.
  • Concorde (L12): Buchstaben + Licht, sehr grafisch.
  • Stadt (L4): „Film“-Atmosphäre, die bei Dunkelheit noch stärker zum Tragen kommt.

 

Wochenende: Wann sollte man hingehen, um den Menschenmassen zu entgehen?

  • Beste Zeit : Sonntagmorgen (beaucoup moins dense).
  • Zu vermeiden : Samstag 15–19 Uhr et Sonntag 16–19 Uhr (retours, touristes).
  • Sensitive Stationen weltweit : Châtelet–Les Halles (si tu y passes), LouvreKönigspalastAbbesses.

 

Foto von Andrew Becks von Pixabay

 

Entdecken Sie 10 lustige Anekdoten über die Pariser Metro

 

 

13. Barrierefreiheit: Die Herausforderung des Netzwerks

 

Bitte beachten Sie, dass die Pariser Metro alt und für Personen mit eingeschränkter Mobilität oder Kinderwagen nur schwer zugänglich ist (viele Treppen). Nur die Linie 14 ist mit Aufzügen zu 100 % barrierefrei. Für andere Strecken sollten Sie das Busnetz bevorzugen, das wesentlich besser geeignet ist.

Fazit Die Pariser Metro ist ein komplexes Ballett. Wenn Sie diese Regeln beachten – rechts stehen, Ihre Tasche verstauen, Ihre RER-Zonen überprüfen – sind Sie kein verlorener Tourist mehr, sondern ein erfahrener Nutzer. Gute Fahrt in den Tiefen der Stadt der Lichter!

Jérôme Prod'homme

Jérôme Prod'homme

 Jérôme Prod'homme ist Monsieur de France.
Er ist ein französischer Kulturkenner und unabhängiger Historiker mit ausgewiesener Erfahrung in den Bereichen französisches Kulturerbe, Geschichte, regionale Traditionen und Gastronomie. Seit vielen Jahren schreibt er für französische Medien, Kulturmagazine und Rundfunk über Themen wie historische Stätten, französische Monarchie, regionale Identität und die Kultur der französischen Küche

Auf Monsieur de France präsentiert Jérôme authentische Reiseempfehlungen auf Basis eigener Erfahrung. Er bereist Frankreich intensiv, besucht Städte und Dörfer, historische Schauplätze, Märkte und traditionelle Restaurants. So kann er zuverlässige Empfehlungen geben — von bekannten Kulturerbestätten bis hin zu wenig bekannten Orten, die man ohne Insiderwissen kaum findet. 

Seine Texte verbinden historische Erzählung mit praktischem Reise- und Kulinarik-Wissen und bieten Einblicke in das wahre Frankreich: seine Geschichte, seine regionale Vielfalt, seine Lebensart und seine kulinarischen Traditionen, die Frankreich weltweit einzigartig machen. 

Jérôme Prod'homme

Jérôme Prod'homme

 Jérôme Prod'homme ist Monsieur de France.
Er ist ein französischer Kulturkenner und unabhängiger Historiker mit ausgewiesener Erfahrung in den Bereichen französisches Kulturerbe, Geschichte, regionale Traditionen und Gastronomie. Seit vielen Jahren schreibt er für französische Medien, Kulturmagazine und Rundfunk über Themen wie historische Stätten, französische Monarchie, regionale Identität und die Kultur der französischen Küche

Auf Monsieur de France präsentiert Jérôme authentische Reiseempfehlungen auf Basis eigener Erfahrung. Er bereist Frankreich intensiv, besucht Städte und Dörfer, historische Schauplätze, Märkte und traditionelle Restaurants. So kann er zuverlässige Empfehlungen geben — von bekannten Kulturerbestätten bis hin zu wenig bekannten Orten, die man ohne Insiderwissen kaum findet. 

Seine Texte verbinden historische Erzählung mit praktischem Reise- und Kulinarik-Wissen und bieten Einblicke in das wahre Frankreich: seine Geschichte, seine regionale Vielfalt, seine Lebensart und seine kulinarischen Traditionen, die Frankreich weltweit einzigartig machen.